Peter Senst - 7-facher Goldmedaillengewinner bei den Nike World Master Games in Portland (USA) 1998, oder: Wie man mit 56 Jahren noch Höchstleistungen erbringen kann
Für die jüngeren Sportfreunde im Kinder und Jugendalter soll an dieser Stelle der folgende kleine Beitrag als Ansporn und Motivation dienen um zu zeigen, wie man mit Ausdauer und Beharrlichkeit erfolgreich werden kann.
Jemand der dabei an erster Stelle steht - den man unweigerlich mit Begriffen wie: KANU - ERFOLG - GOLD - WILLEN und KRAFT in Verbindung bringt, ist und bleibt Peter Senst aus unserem Verein. Doch beginnen wir von vorn, am Anfang seiner sportlichen Laufbahn. Oder sollten wir Karriere sagen? - denn die ist es im Laufe der Jahre mit Sicherheit geworden.
Begonnen hat alles mit seinen Freunden - ohne jeglichen Druck von außen und ohne jegliche Werbung (wie Peter Senst mit Nachdruck versichert).
1956 - als junger Mann von 16 Jahren begann er aus eigenem Antrieb mit der "Paddelei" (beim Sport-verein "Empor Eberswalde"). Wichtig waren hierbei für ihn Spaß, Freizeitgestaltung und Freude aber auch sportlicher Erfolg. Auch die Sehnsucht nach Bestätigung und die Suche nach Selbstfindung waren damals vorhanden. Dreizehn Jahre lang übte Peter Senst den Kanusport aus, mit unterschiedlichem Erfolg, wie z.B. einem 6. Platz im Einer 1961.
1969 war jedoch erst einmal Schluß mit dem Sport. Das Interesse war nicht mehr ganz so groß und andere Dinge erschienen wichtiger. Es sollte ein Abschied für längere Zeit werden.
1987 mußte sich Peter Senst einer schweren Rückenoperation unterziehen. Un-mittelbar danach stellte man den Patienten vor die Wahl, entweder Sport zu treiben und die Muskulatur zu festigen, oder das Beste aus der ohnehin schon schwierigen Situation zu machen. Auf Anraten des Arztes, begann er sich wieder mit dem Thema Sport auseinander zu setzen.
Genau das war der Moment, in dem Peter Senst den Kanusport für sich wieder-entdeckte. Für ihn brach eine neue Zeit an. Stellte der Kanusport anfangs nur das berühmte Mittel zum Zweck dar, um im Sinne der Gesundheit wieder körper-liche Fitness zu erlangen, so wurde daraus schnell mehr. Es dauerte ca. 3 Jahre bis sich sein Körper wieder an den doch sehr schweren Sport gewöhnt hatte.
Was als Ausweg aus der Krankheit dienen sollte, wurde 1988/89 Trainingsalltag, denn der ehemalige Kanute hatte zu seiner (für ihn bis dato unbewußten) Be-rufung zurückgefunden und trainierte erneut bei Empor Eberswalde. 1994 erfolg-te der Wechsel zum SV Stahl Finow e.V.
Fragt man ihn, wer und vor allen Dingen wie er leistungsmäßig früher war, ant-wortet er offenkundig und ohne langes Zögern "Ein Nichts"! Weiterhin sagt er, wäre er weit entfernt von jeglichen Höchst-leistungen, Spitzenzeiten oder Meisterschaften gewesen. Nach über 40 Jahren paddelt er viel scheller als früher.
Die Gründe für dieses Phänomen sieht er in der Änderung seiner Einstellung zum Training und zum Sport. Seine Motivation ist die Gesundheit und körper-liche Fitness. So läßt sich beispielsweise ein Herzinfarkt verhindern. Er sieht sein Leben als "Aufgabe" und diese versucht er bestmöglich zu meistern. Seine Gesundheit ist für ihn die beste Bestätigung, daß er nichts falsch gemacht hat.
Aber der Kanusport und das damit verbundene Training bedeutet: Einsatz von Lebenszeit, Ertragen von Schmerzen und Verzicht. Eine vollkommene Ausrich-tung des Lebens auf den Sport ist für Peter Senst daher unabdingbar. Denn nur so kann man große Erfolge erringen, wie z.B. den Sieg bei der "Deutschen Meisterschaft" 1994.
Auf die Frage, ob er immer noch aktiv an Wettkämpfen teilnimmt, antwortet er: Wettkämpfe dienen der Motivation, bedeuten aber auch Leistungsdruck. Nach so großen Erfolgen, wie die sieben Goldmedail-len bei den "Nike World Master Games" 1998 in Portland USA, ist es schwer wieder neue Ziele zu finden. Seiner Meinung nach ist Erfolg auch nicht planbar. Der Sieg und das Ergebnis von Port-land kamen auch für ihn vollkommen überraschend.
Um seine Höchstleistung beizubehalten, wäre tägliches Training notwendig, in der Praxis ist dies jedoch schwierig. Vier bis fünf mal in der Woche versucht der selbständige Unternehmer sich seinem Sport zu widmen, und das mit großer Lei-denschaft!